Mittwoch, 2. September 2009

first impressions

Nachdem ich das Angebot des freundlichen Zollbeamten am Düsseldorfer Flughafen doch mit ihm zu tauschen abgelehnt hatte (obwohl er mir sogar seine Mütze anbot), bin ich gut in Newark angekommen. Und ins Land durfte ich auch. Wohoo - ich bin drin. Dann auf zum Hostel, wo ich von einem netten Kölner Physikstudenten empfangen wurde: "Dormagen, das ist doch bei Köln, oder?" Die Welt ist ein Dorf. Bei der Erkundung der näheren Umgebung der 14th Street war das erste Geschäft, das ich betrat, bezeichnenderweise - wer hätte das gedacht - ein Schuhladen am Union Square.
Durch den Jetlag um 6.00 a.m. topfit, machte ich mich früh auf, meine Wohnung zu finden (obwohl ich nicht gleich einziehen konnte) und von dort aus zur UN zu laufen. Leider musste ich dabei feststellen, dass ich im gehen-und-gleichzeitig-trinken noch nicht so sicher bin wie die New Yorker. Prompt habe ich mich mit meinem Smoothi schön bekleckert. Aber man fühlt sich trotzdem gleich total cool und stylisch und newyorkerisch, wenn man so durch die Straßen eilt mit einem Erdbeer/Banane/Kokos/Ananas-irgendwas in der Hand.
Danach bin ich noch durch die Streets und Avenues gewandert, am Chrysler-Building vorbei, zur Grand Central Station (in der ich allerdings den food court nochmal näher erkunden muss) und dann zum Empire State Building. Leider hatte ich meine Uniform nicht an, denn sonst wär ich umsonst reingekommen...Oben angekommen wird einem beim Blick zur Antenne richtig schwindelig und man meint, das ganze Gebäude müsse jeden Augenblick schwankend darniedergehen. Schön ist es, wenn man allein unterwegs ist, das man die Muße hat all die anderen Touris zu beobachten: unschwer zu erkennen die Deutschen mit Rucksack, Kamera, guten Laufschuhen und manchmal sogar mit Bauchtasche, die dann über die Lage der Gebäude diskutieren und wo denn nun was ist, anstatt sich einfach des Blickes zu erfreuen. Mich ja eingeschlossen - allerdings ohne Bauchtasche oder Rucksack. Die Amis sind an ihrem leichten Übergewicht zu erkennen, den Sonnenbrillen mit Umhängeband und den Safarihüten. Die sind einfach nur laut. Dann gab es noch einige Italiener in schicken Sommersandälchen, die aus jeder - aber auch wirklich jeder Perspektive ein Foto schießen mussten.
Abends bin ich völlig erledigt und mit müden Füßen ins Bett gefallen, nur um in der Nacht vom lauten Geschnarche eines Zimmergenossen aufzuwachen - argh.
Gestern, Montag, habe ich mich mit zwei Mädels aus dem Hostel aufgemacht nach uptown. Durch den Central Park ab nach Harlem, wo wir dem lonely planet-Spaziergang gefolgt sind. Dieser führte uns zum Apollo-Theater (Michael Jackson T-Shirts, Michael Jackson -Bilder, Michael Jackson-Tassen,...), in einen netten Park, und dann am YMCA vorbei zum Broadway. Und auf dem Weg natürlich Kirchen: Methodist, New Apostolian, Episcopalian, Baptist, und so weiter und so fort - in jedem Block mindestens 2.
Ich habe das Gefühl, mich schon ganz gut zurechtzufinden, was natürlich nur Einbildung ist , aber ich glaube zumindest zu wissen, wie das subway-Netz funktioniert und dank Pocket-Pilot (Super! Dankedanke, Andrea) kann ich immer unauffällig einen Blick auf die Karte werfen, um mich nicht doch zu verlaufen. Irgendwie fühlt man sich hier gleich heimisch, auch wenn Dormagen und NY absolut nichts gemein haben, nimmt einen die Stadt in ihrer Anonymität und Hektik auf und man lässt sich von den Mengen treiben, schaut in Schaufenster, trinkt eine Shaken Ice Tea Lemonade bei Starbucks oder setzt sich ganz einfach in einen Park. So wirklich 'fremd' kommt einem das nicht vor.
Gestern abend bin ich dann umgezogen. Im yellow cab ab zur Wohnung meiner österreichischen Vermieterin. Mein Zimmer ist klein aber fein und die 350 TV-Kanäle werde ich gleich mal auf ihre Tauglichkeit prüfen, denn heute nach dem ersten Arbeitstag bin ich erstmal kaputt. Die Kollegen sind nett, die Atmosphäre sehr angenehm und was meinen Aufgabenbereich angeht - das wird man sehen. Der Ausblick aus meinem Fenster jedenfalls ist einmalig :-)

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