Samstag stand der Einkauf an: Macy’s das Superkaufhaus. Meine Mama hat ein schickes Kleid gefunden und meinem Papa wurde (gegen seinen Willen) eine Jeans aufgeschwatzt, denn die sind hier nun einfach mal billig.
Abends auf in die Oper – Tosca. Es ist schon ein interessantes Erlebnis, sich die Leute anzuschauen, die Technik zu bewundern (jeder hat sein eigenes kleines Fenster im Vordersitz, wo man die Übersetzung mitlesen kann) und dann auch noch den erstklassigen Sängern dieser Welt zu lauschen, wie sie sich in Intrigen verstricken und (wie bei jeder „richtigen“ Oper) am Ende alle sterben.
Sonntag war das Wetter leider immer noch nicht besser. Daher machten besuchten wir das Metropolitan Museum of Art. Hier ist so ziemlich alles zusammengesammelt, was sich als Kunst bezeichnen lässt. Ä
gyptische Sarkophage, römische Götterstatuen, Bücher aus dem Mittelalter, koreanische Kalligraphie und die Maler sämtlicher Epochen von Rembrandt bis Pollock. Das ganze Museum anzuschauen würde wahrscheinlich Wochen in Anspruch nehmen. Daher beschränkten wir uns auf die Maler des 20. Und 21. Jahrhunderts und die kleine Sonderausstellung zu Johannes Vermeer.
Am Montag gab es noch ein Abschiedsessen in einem sehr guten vegetarischen Restaurant gleich bei mir in der Nähe und dann war der Besuch auch schon wieder um.
Letzten Donnerstag war bei uns ein Treffen für die DAAD Praktikanten in internationalen Organisationen (also UN, Weltbank, WHO, etc.). Es kamen Alumni, Leute, die bei der UN arbeiten, ein Typ von der Weltbank und Mitarbeiter des Konsulats und der Botschafter der Ständigen Vertretung bei der UN. Lauter wichtige Leute, wenn man eine internationale Karriere anstrebt. Ich muss allerdings sagen, dass das alles auf mich mal wieder eher abschreckend wirkte. Man wechselt alle 3 oder 4 Jahre den Arbeitsplatz, kann mal in Kasachstan landen, mal in Washington, muss sowieso total flexibel sein und mindestens 3 Sprachen fließend beherrschen. Klingt ja alles wirklich toll, aber eigentlich will ich nicht in Kasachstan arbeiten und meine Freunde auch mal länger als 3 Jahre behalten. Interessant war es auf jeden Fall und außerdem wurde ich als Mitorganisatorin abends noch zum Essen eingeladen.
Am Freitag führte uns (meine Kollegin Jane und mich) das Anwerben amerikanischer Studenten nach Philadelphia an die University of Pennsylvania. Auch ein netter Platz zum Studieren. Für die eifrigen career-fair-Teilnehmer werden immer Lunchpakete bereitgestel
lt. Da ich nun schon einige Unis besucht habe, kann ich sie aufgrund der Qualität der Lunchpakete ziemlich gut bewerten. Die Columbia mit dem offenen Buffet (3+), Yale (2), Hunter College mit leider zu wenig Auswahl und komischen Getränken (4) und jetzt die University of Pennsylvania (1-).
Nach der Messe machten wir uns nach Dowtown Philly auf, um die Liberty Bell zu begutachten und die Independence Hall. Außerdem wollte Jane, die anscheinend häufiger Gast in diversen New Yorker Nobel- Gourmet- und In-Restaurants ist, noch ins Marimoto, ein japanisches Restaurant der Spitzenklasse, in dem es in New York wohl unmöglich ist, einen Tisch zu reservieren. Meine Güte war das ein fancy Laden und ich war froh, dass ich eingeladen war. Danke Papa, dass du mir beigebracht hast mit Stäbchen zu essen, ansonsten wäre ich unangenehm aufgefallen. Mein vegetarisches Sushi war aber auch wirklich gut und Jane bekam eine Auswahl an diversem Fisch und Jakobsmuscheln. Dazu testeten wir uns durch 3 Sorten Sake, wonach ich auf der Rückfahrt im Bus gut schlafen konnte.
Eigentlich schon relativ fertig kam ich um 10 pm aus Philadelphia zurück, hatte Tina aber versprochen noch mit auf die Halloween Party ihres faculty clubs zu gehen. Also machte ich mich auf Richtung uptown. Die Party im Uniclub ging allerdings schon ihrem Ende zu als wir endlich ankamen und ich hatte mich schon ein bisschen gefreut, wieder nach Hause fahren zu können – aber keine Gnade: mit dem Taxi ging es in den Meatpacking District, wo wir zu dritt in einer Bar landeten, die als Beispiel für den Film Coyote Ugly hätte dienen können. Irgendwann gegen halb fünf war ich dann zu Hause und habe den gesamten Samstag im Halbschlaf verbracht.
Da ja aber gestern erst Halloween war, ich aber meine Partyenergie schon völlig aufgebraucht hatte, habe ich darauf verzichtet abends nochmal auszugehen, bin ich immerhin zur Halloween Parade gelaufen. Manche Leute hatten so unglaublich tolle Kostüme: Legomännchen, Schneewittchen, Außerirdische, Roboter, Transformer, Ali G – es war alles dabei. Die Stimmung war gut, wesentlich braver als unser Kölner Karneval, aber angenehm und der Umzug war auch super. Nur das Kamellewerfen hat mir gefehlt.
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